UNBELEHRBAR kommt ins Kino!!!

Liebe Freunde und Filmliebhaber/innen,
UNBELEHRBAR kommt ins Kino!!!
Screenings mit Publikumsgespräch:
So. 24.03. um 15:30 Uhr: Preview im fsk-Kino, mit Regisseurin Anke Hentschel und Hauptdarstellerin Lenore Steller
So. 07.04. um 17:15 Uhr im Eiszeit-Kino, mit Anke Hentschel und Lenore Steller
Do. 11.04. um 18:00 Uhr im Sputnik-Kino:  Expertengespräch über Analphabetismus, mit Anke Hentschel und diversen Gästen
Sa. 13.04. um 20:00 Uhr im Lichtblick-Kino, mit Anke Hentschel
So. 14.04. um 18:00 Uhr im Lichtblick-Kino mit Anke Hentschel und                    Drehbuchautorin Katharina Schlender
regulär im Kino:
28.03. – 03.4.2013 im Fsk-Kino
04.04. – 10.4.2013 im Eiszeit-Kino
18.04. – 24.04.2013 im Filmkunst 66 und Film Cafe
demnächst auch in der Brotfabrik
weitere Infos und Kinos:
                      
UNBELEHRBAR
Spielfilm, 96 min
Regie: Anke Hentschel
Ellen beschließt im Alter von 40 Jahren, endlich lesen und schreiben zu lernen. Da in der Volkshochschule ihres Heimatortes kein Kurs dazu angeboten wird, zieht sie gegen den Willen ihrer Familie ins nahe Berlin. Dort ist sie das erste Mal völlig auf sich alleine gestellt. Doch Ellen steckt voller Optimismus und hat den Mut zur Konsequenz.
Anke Hentschel
Scherenbergstr. 8
10439 Berlin
0179-3946071

Vorstellung der „Nationalen Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung“, durch Frau Theuser, Kontaktstelle Grundbildung, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft

Seit der Veröffentlichung der Ergebnisse der Leo. – Level-One-Studie Anfang 2011 wurde die Notwendigkeit einer Nationalen Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener deutlich, die im September 2012 unterzeichnet wurde.

Ziel der Strategie ist es, die Zahl der funktionalen Analphabeten deutlich zu reduzieren. Dafür muss zunächst die Öffentlichkeit sensibilisiert und eine Vernetzung bestehender Maßnahmen erreicht werden.

Die Unterzeichner stellen dies als gemeinsame Aufgabe von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft dar und verpflichten sich zu konkreten Maßnahmen und zur Erhöhung der Angebote bei Bedarf.

Bereits Ende 2011 beschlossen die Länder einen 8-Punkte-Maßnahmenkatalog als ihren Beitrag zur gemeinsamen Nationalen Strategie, unter anderem die Benennung eines Ansprechpartners und die Einrichtung einer Koordinierungsstelle in jedem Land. Das Land Berlin hat Herrn Dr. Raiser aus der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft / Referat Weiterbildung, Lebenslanges Lernen als Ansprechpartner benannt und dort eine Kontaktstelle Grundbildung eingerichtet.

Anfang des Monats wurde von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft zu einem Runden Tisch Alphabetisierung und Grundbildung eingeladen, bei dem Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher Berliner Einrichtungen und Projekte über ihre Arbeit und ihren Bezug zum Thema berichteten und sich austauschten.

Neben Vorschlägen für die weitere Zusammenarbeit und dem Termin des nächsten Runden Tisches Alphabetisierung und Grundbildung am 04.09.2013 wurden die kommenden Berliner Vorhaben seitens der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft benannt:

–          Erarbeitung einer Förderlinie zur Einrichtung eines Förderbereiches Grundbildung in der ESF-Förderperiode 2014-2020

–          Einrichtung eines überbezirklich arbeitenden Grundbildungszentrums

–          Vorbereitung und Durchführung einer Berliner Regionalveranstaltung im Rahmen der Öffentlichkeitskampagne des BMBF

–           Einrichtung einer Website der Kontaktstelle Grundbildung

Plenumstreffen im Rathaus Neukölln

10:00 – 10:05 5’ Begrüßung Claire Paturle-Zynga,  Koordinatorin des Alpha-Bündnisses Neukölln
10:05 – 10:10 5’ Begrüßung durch die Schirmherrin des Alpha-Bündnisses Neukölln Dr. Franziska Giffey, Neuköllner Bezirksstadträtin für Bildung, Schule, Kultur und Sport
10:10 – 10:20

 

10’ Vorstellung der „Nationalen Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung“

Wie sieht es aus in Berlin? Bericht vom Runden Tisch

 Frau Theuser, Kontaktstelle Grundbildung, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft
10:20 – 10:35 15’ Vorstellungsrunde mit Fragen und Positionierungen Claire Paturle-Zynga, 
10:35 – 11:05 30’ Gruppenarbeit: Austausch zu Bedarf und zu Erwartungen, die im Abschlussplenum 2012 gesammelt wurden  
11:05 – 11:35 20’ Zeit für Pause und informelle Gespräche – – –
11:35 – 11:45 10’ Berichte Gruppenarbeit  
11:45 – 11:50 5’ Schnittstelle mit dem LSK-Projekt

„Aktion-Alpha-Kompetenz“

Theresa Hamilton
11:50 – 12:00 10’ Bericht aus den Arbeitsgruppen (AGs)

  • AG Arbeit
  • AG Gesundheit
  • AG Teilhabe
  • AG Netzwerkarbeit
 

 

Wie geht es 2013 weiter?

5 Stunden pro Woche für die Koordination des Bündnisses dank der „Kreuzberger Sammelstiftung“
Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass wir 5 Stunden pro Woche für die Koordination des Alpha-Bündnisses finanziert bekommen haben.
Claire Paturle-Zynga bleibt weiterhin die Ansprechpartnerin für unser Netzwerk. Sie können sie jeden Montag telefonisch (687 40 81) erreichen, oder auch jederzeit per Email.
Das Projekt Aktion Alpha-Kompetenz“, im Rahmen des Alpha-Bündnisses entstanden, ist durch das Programm „Lokales Soziales Kapital“ (LSK) finanziert.
Es geht dabei vorrangig um Sensibilisierungsschulungen und eine öffentliche Kampagne (Alpha-Aufkleber).
Die Ansprechpartnerin der Aktion Alpha-Kompetenz) ist Theresa Hamilton, telefonisch erreichbar Montag und Donnerstag von 9.30-15 Uhr (auch 687 40 81) und per Email auch über die Email-Adresse des Alpha-Bündnisses (alpha-buendnis@lesen-schreiben.com).
Danke an Lesen und Schreiben e.V. Berlin, der Träger beider Projekte, der die Arbeitsplätze zur Verfügung stellt und uns mit Rat und Tat zur Seite steht.
Danke an alle Bündnispartner/innen und Experten/innen, die sich im Plenumstreffen oder Arbeitsgruppen (AGs) mit uns für diese Projekte engagieren.

2012 – ein Jahr Alpha-Bündnis Neukölln

„Niemand darf sagen: Uns gibt es nicht. Das will ich nie wieder hören“. Diesen Satz formulierte eindringlich eine Frau, die im Erwachsenenalter Lesen und Schreiben gelernt hat, auf der Abschlusssitzung des Alpha-Bündnisses Neukölln.

Ca. 28.000 so genannte funktionale An-Alphabeten gibt es allein in Neukölln – deutsch sprechende und erwerbsfähige Menschen, die zwar einzelne Wörter und Sätze lesen und schreiben können, aber keine kürzeren zusammenhängenden Texte. Deutschlandweit sind es 7,5 Millionen und damit 14,5 Prozent der Gesamtbevölkerung. Mehr als die Hälfte von ihnen spricht deutsch als Erstsprache. Es gibt sie eben doch und in großer Zahl – und trotzdem ist das in der Öffentlichkeit noch viel zu wenig bekannt.

Um die Situation von funktionalen An-Alphabeten zu verbessern und die Öffentlichkeit zu informieren, dafür setzt sich das Alpha-Bündnis Neukölln ein. Das Alpha-Bündnis ist ein Netzwerk mit derzeit über 30 Bündnispartner/innen aus den unterschiedlichsten Organisationen. Funktionaler An-Alphabetismus ist, wie es Frau Döbert so passend formuliert hat, „keine Insel im Meer“, d.h. keine reine Bildungsangelegenheit. Oft begleiten die Betroffenen auch finanzielle, gesundheitliche und persönliche Probleme. Ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist häufig stark eingeschränkt. Die Bündnispartner/innen kommen daher auch aus den Bereichen Politik, Gesundheit, Bildung, Arbeit und Soziales. Sie treffen sich regelmäßig zu Plenumstreffen (4 in 2012), auf denen zum Thema informiert wird und auf denen es Zeit zum Austausch untereinander gibt. Diese zwei Punkte sind ganz entscheidend: Für eine effektive Unterstützung Betroffener benötigt man (1.) geschulte Mitarbeiter/innen, die eventuelle Schwierigkeiten erkennen und wissen, wie sie angemessen angesprochen werden. Und (2.) einen engen persönlichen Kontakt zwischen den Organisationen untereinander, so dass passgenau weitervermittelt werden kann.

In Arbeitsgruppentreffen werden dann bestimmte Aspekte herausgegriffen und tiefgehender behandelt. In den Arbeitsgruppen Arbeit, Gesundheit, Netzwerkarbeit und Teilhabe sind verschiedene Ergebnisse entstanden: Eine Sammlung von Angeboten von Neuköllner Organisationen für die Zielgruppe, eine Argumentationshilfe für Unternehmen, Texte von Betroffenen für die Öffentlichkeitsarbeit und vieles mehr. Selbstverständlich sind auch Lerner beteiligt. Sie sind die Experten für die eigene Sache und eng in die Bündnisarbeit einbezogen.  In der AG Teilhabe erarbeiteten sie den Punkt „Wünsche der Lernenden“ oder entwickelten Texte zur Sensibilisierung.

Das Alpha-Bündnis Neukölln hat 2012 seinen Teil dazu beigetragen, dass mehr Neuköllner zum Thema informiert sind und nicht mehr sagen würden: „Euch gibt es nicht.“

 

Letztes Plenum dieses Jahres am 04. Dezember 2012

Liebe Interessierte am Alpha-Bündnis Neukölln,
wir laden Sie ganz herzlich am Dienstag, den 4.12. von 14-16 Uhr zum letzten Plenumstreffen in diesem Jahr ein.
Die Räumlichkeiten werden diesmal vom TÜV Rheinland (Boschweg 13, in der 8. Etage in Raum 811/812) zur Verfügung gestellt.
Wir werden die Ergebnisse von 2012 vorstellen und über die Zukunftsperspektive 2013 sprechen.
Bitte geben Sie uns bis zum 30.11. Rückmeldung, ob Sie am Plenumstreffen teilnehmen werden.
Wir freuen uns auf Sie!
Claire Paturle-Zynga und Theresa Hamilton

Schulungsgutschein für die Bündnispartner/innen

Liebe Bündnispartnerin, lieber Bündnispartner,

jetzt besteht das Alpha-Bündnis Neukölln bereits seit mehr als 9 Monaten und hat aktuell 26 BündnispartnerInnen!!!

Das Projekt ist erfolgreich vor allem auch durch Ihr besonderes Engagement. Dafür bedanke ich mich herzlich und freue mich, Ihnen sozusagen exklusiv einen Gutschein für eine Schulung bei unserem Bündnispartner „Lesen und Schreiben e.V.“ anbieten zu können. Hier sollen die Fragestellungen aus den Plenumstreffen aufgegriffen und der Blick für die Zielgruppe weiter geschärft werden.

Um in einer kleinen Gruppe intensiv diskutieren zu können, ist es leider nur möglich, dass pro Bündnispartner eine Person teilnimmt.

  • 1 Gutschein pro Bündnispartner/in*:
    • für einen Vertreter/ eine Vertreterin des Trägers im Alpha-Bündnis Neukölln
    • oder für eine Person Ihrer Organisation, die im Empfang arbeitet und/oder für die Zielgruppe Ansprechpartner/in sein möchte
  • Termin:
    • 13. November 2012 von 14 – 16 Uhr
    • oder am 28. November 2012 von 10 – 12 Uhr

Wer sich noch nicht angemeldet hat, sollte es schnell machen!

Liebe Grüße,

Claire Paturle-Zynga

„Wir brauchen alle Diskretion“

(Text zum Thema: Gesundheit und An-Alphabetismus, Lesung am 03.09.2012, bei AWO-Sifahane)

Es ist nachts. Ich habe große Schmerzen und mir tun die Knochen weh. Ich habe Fieber und der Kreislauf ist unten. Hoffentlich  ist es am Morgen besser, denn zum Arzt gehe ich nicht so gern. Beim Gedanken daran kriecht die Angst in mir hoch.

Ein Arztbesuch sieht nämlich meistens so aus:

Man muss ein Formular ausfüllen! Ich bekomme schon den ersten Schweißausbruch, wenn ich nur daran denke. Denn ich kann nicht gut lesen, geschweige denn gut schreiben. Was wird der Arzt von mir wollen? Und was soll ich bloß ausfüllen? Ich verstehe überhaupt nichts. Sieht man mir das etwa an?

Nun fragt die Arzthelferin mich auch schon „Sind Sie fertig mit dem Ausfüllen? Brauchen Sie noch lange?“ Und schon schauen mich alle an, die in der Praxis sind. Wissen sie, dass ich Probleme mit dem Lesen und Schreiben habe? Haben sie es bemerkt? Ich werde rot und verlasse die Praxis mit einem sehr schlechten Gefühl. Mir geht es jetzt noch schlechter als vorher.

Mein Handy klingelt- mein Arzt ist dran und fragt mich „Warum sind Sie nicht zur Untersuchung meiner Kollegen gegangen?“ Schon wieder muss ich mir die Antworten zurechtlegen. Ich hoffe, dass der Arzt nicht merkt, dass ich aus Scham und Unwissenheit die Praxis verlassen habe.

Menschen, die lesen und schreiben können- sind klar im Vorteil. Dazu ein Beispiel meines Bekannten zum Thema Diskretion.

Er ging in eine Praxis für Haut- und Geschlechtskrankheiten. Die Sprechstundenhilfe fragte ihn, was er denn habe, er antwortete darauf, er habe Syphilis. Sie und auch die anderen Patienten im Warteraum waren zutiefst entsetzt. Er wurde sofort zum Arzt gebeten. Diesem erzählte er dann, dass er denke, dass er nur ein Ekzem habe, aber er es unmöglich findet, dass die Sprechstundenhilfe so eine Frage vor anderen Patienten stellt. Der Arzt schmunzelte und versprach mit seiner Kollegin) zu sprechen.

Wie man sieht, haben auch Menschen, die lesen und schreiben können, Probleme beim Arzt, aber sie können besser reagieren, weil sie viel mutiger sind. Menschen, die Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben haben, bleiben lieber zu Hause und gehen ungern oder gar nicht zum Arzt, weil sie Angst haben, entdeckt zu werden, sich unsicher fühlen und befürchten, Fehler zu machen.

Wir brauchen alle Diskretion. Ohne die, wäre es jedem unangenehm, weil andere hinschauen oder hinhören. Es wäre besser, wenn darauf geachtet werden würde, dass die Intimsphäre der Menschen nicht verletzt wird.

Autor: AG Teilhabe

„Wenn es eine Schulung für Arzthelferinnen und Ärzte gäbe“

(Text zum Thema: Gesundheit und An-Alphabetismus, Lesung am 03.09.2012, bei AWO-Sifahane)

Ich habe einen Arzttermin und so viel geht mir wieder durch den Kopf. Hoffentlich ist da eine Arzthelferin, die nett ist. Und wie ist Arzt? 

Ich komme beim Arzt an und habe schon wieder Lust zu gehen, weil in mir die Angst hoch kommt, mich wieder zu Erkennen geben zu müssen, weil ich nicht lesen und schreiben kann. Da bekomme ich auch schon den Fragebogen, weil ich ja neu bei diesem Arzt bin. Die Arzthelferin guckt mich wieder mit diesem Blick an „Kann sie das nicht? Ist wohl zu doof dafür oder hat keine Lust dazu.“ Diese Blicke machen mir immer Angst. Ich weiß nicht, ob sie genau so denkt, aber wenn sie da so sitzt wie „7 Tage Regenwetter“- was soll ich da sonst denken?

Ich gehe ins Wartezimmer und gucke den Fragebogen voller Angst an. Nach einer halben Stunde habe ich erst meinen Namen geschrieben und nicht mehr. Da höre ich auch schon meinen Namen, den die Arzthelferin ruft. Ich weiß auch schon, was gleich kommt: die Frage, ob ich fertig bin mit dem Ausfüllen. Ich weiß nicht, was ich machen soll. Meine Beine sagen mir: „Lauf weg und drehe dich nicht um“, aber mein Kopf sagt: „Bleib hier und bitte um Hilfe!“. OK, ich nehme allen Mut zusammen und bitte die Arzthelferin darum, mir zu helfen. Da kommt die Frage, die ich hasse: „Können sie nicht lesen?“ –  „ Nein, und schreiben kann ich auch nicht“ sage ich. „Waren Sie nicht in der Schule?“ fragt sie mich weiter. Ich habe jetzt so eine Angst, dass mir schon die Tränen laufen. Anstatt es nun sein zu lassen, kommt es noch schlimmer, denn sie sagt: „ Das ist kein Grund, zu heulen. Haben Sie sich nicht so, war ja nur eine Frage.“ Woher will sie wissen, ob das ein Grund zum Weinen ist? Sie hat ja nicht das Problem und sie wird auch nicht so unsensibel behandelt, wie sie es gerade mit mir  tut. Zähneknirschend hilft sie mir den Fragebogen auszufüllen, wobei ich ihr anmerken kann, dass sie keine Lust dazu hat. Gut, nun habe ich das hinter mich gebracht und gehe wieder ins Wartezimmer. Die Zeit kommt mir wie eine Ewigkeit vor, bis ich meinen Namen wieder höre.

Ich gehe in das Behandlungszimmer und warte auf den Arzt, der ein paar Minuten später kommt. Er sagt mir guten Tag und fragt mich, was ich habe. Ich erzähle ihm, warum ich da bin und wo es mir weh tut. Ich erwähne auch gleich so nebenbei, dass ich nicht lesen und schreiben kann, da ich nicht noch mal das Gleiche durchmachen will, wie eben mit der Arzthelferin. Zu meinem Erstaunen lacht er nur und sagt: „ Ich habe kein Problem damit.“ Ich bekomme große Augen, denn damit habe ich nicht gerechnet. Ich erzähle ihm,  was ich im Wartezimmer mit der Arzthelferin durchmachen musste. Ich sage ihm, dass es schön wäre, wenn sie nur ein bisschen Mitgefühl für uns hätte, denn wir sind ja nicht doof, sondern haben nur eine Schwäche wie andere auch. Er verspricht, sich darum zu kümmern.

Als ich das nächste Mal beim Arzt bin, entschuldigt sich die Arzthelferin. Seitdem ist sie immer nett zu mir.

Wenn es eine Schulung für Arzthelferinnen und Ärzte gäbe, wo sie uns und die Tatsache, dass es uns gibt, kennenlernen würden- würden sie lernen, mit uns umzugehen- vieles wäre dann einfacher.

Autor: AG Teilhabe